In allen Studiengängen der Judaistik sind Exkursionen/Projekte vorgesehen, teils im Pflichtbereich, teils im Wahlpflichtbereich.Jährlich findet eine mehrtägige Exkursion statt, die jeweils akademische Arbeit zu einem ausgewählten Thema mit Besichtigungen jüdischer Orte oder anderen gemeinschaftlichen Aktivitäten verbinden.Oft sind Begegnungen mit lokalen Judaistik-Studierenden möglich, manchmal sind die Exkursionen auch interdisziplinär.

Mit einer besonderen Exkursion auf dem Ijsselmeer verabschiedete sich das Seminar für Judaistik von der langjährigen Hebräischdozentin und prägenden Lehrpersönlichkeit Dr. Annelies Kuyt, die im nächsten Jahr in den Ruhestand gehen wird. Unter dem Titel „Reisen auf dem Wasser im Judentum: Vom Talmud bis zur Haskala“ begaben sich Studierende und Lehrende der Judaistik vom 9.-13. Juni 2025 auf ein schwimmendes Seminar – an Bord des historischen Zweimasters Bontekoe.
Morgens wurden nach einem gemeinsamen Frühstück literarische und historische Texte zum Thema diskutiert – von der biblischen Jona-Erzählung und ihrer Rezeption im jiddischen Seyfer Yoyne bis zur Geschichte des (historischen) Flüchtlingsschiffs Exodus, über Pilgerfahrterzählungen Nahman von Bratslavs zu Reiseberichten Bertha Pappenheims und Nachhum Goldmanns und der übersetzten Geschichte von Joachim Kampe über Willem Bontekoes Schiff durch Mendel Lefin, von Legenden um den mystischen Sambatyon Fluss bis zu halakhischen Fragen zu (astro)nautischen Reisen auf den Mond.
Nach unseren Seminareinheiten hieß es: Segel setzen, Anker einholen, Knoten üben. Unter Anleitung des entspannten niederländischen Skippers und Matrosen lernten wir die Grundlagen der traditionellen Seefahrt kennen, die nicht nur Muskelkraft beanspruchten, sondern auch teambildenden Charakter hatten. Auch kulinarisch ließ die Exkursion keine Wünsche offen: Der mitreisende Chefkoch verwöhnte die Gruppe mit kreativen und internationalen Gerichten – von holländischem Endiviensalat mit Kartoffelpüree über Nasigoreng und Shakshuka bis hin zu Peanut-Butter-Jelly-Sandwiches.
Die Route führte von Enkhuizen über Makkum bis zu einer Sandbank in der Nordsee, die bei Ebbe zu Fuß erkundet werden konnte. Ein Highlight: barfuß über den Meeresgrund zu laufen, neben dem festgemachten Schiff zu stehen, im kalten Wasser zu baden und einfach die Weite des Ijsselmeers zu genießen. Nach einem regnerischen Start am ersten Tag zeigte sich das Wetter während der restlichen Reise von seiner besten Seite: Sonne, frischer Wind und sogar mehrere Seehundsichtungen rundeten die Reise ab.
(Bericht: Louisa Weggenmann)
Den Bericht zum interdisziplinären Blockseminar "Chassidismus, Wahhabismus, Pietismus: Religiöse Erneuerungsbewegungen in Judentum, Islam und Christentum des 18. Jahrhunderts" im Haus Bergkranz im Kleinwalsertal, 20.-25. Januar 2025 finden Sie hier.
Den Bericht zum interdisziplinären Blockseminar "Gottes Name und Gottes Namen - jüdisch und christlich" auf Hiddensee im Juni 2023 finden Sie hier.

Wo lässt sich über Fantasie und Realität in jüdischer Folklore besser diskutieren als vor einer fantastischen Kulisse wie den schneebedeckten Alpen? Und so trafen sich Studierende aus Frankfurt und Jerusalem unter der Leitung von Prof. Rebekka Voß und Dr. Dudu Rotman vom 14.-18. Januar 2023 im Gästehaus der Universität im Kleinwalsertal, um Elemente der jüdischen Folklore in ihren historischen, ethnologischen, sozial-, literatur- und kulturwissenschaftlichen Dimensionen kennenzulernen.
Vormittags fanden intensive Seminareinheiten statt, in denen die Studierenden des Folklore Studies Program der Hebräischen Universität Jerusalem spannende Themen und Projekte vorstellten. Ergänzt wurde das Programm durch Spieleabende in der hauseigenen Kellerbar „Bar Kokhba“, Schneewanderungen, einem Rodel-Ausflug und der Möglichkeit, auf eigene Faust Ski oder Snowboard zu fahren. Highlight der Exkursion war das Fantasy-Rollenspiel „Midbar Quest“, bei dem sich die Spielenden nur mit Hilfe ihrer Fantasie einer Reihe von Aufgaben und Abenteuern vor biblischer Kulisse stellen mussten. Mit Teamwork und Kreativität und dank des neugewonnenen Wissens über Figuren, Orte und Gegenstände der jüdischen Folklore konnten wir erfolgreich alle Gefahren bezwingen!
Die Exkursion ins Kleinwalsertal war für uns Studierende eine unvergessliche Erfahrung. Dazu trugen sowohl die interdisziplinären und thematisch breit angelegten Seminarsitzungen als auch die überwältigend gute Atmosphäre und der lebhafte Austausch der Studierenden untereinander bei.

Das Seminar für Judaistik veranstaltete am 14.07.2022 eine ganztägige Exkursion nach Köln.
In Köln besuchten wir das Lapidarium der Ausgrabung des mittelalterlichen jüdischen Viertels, wo uns der Leiter der Archäologischen Zone, Michael Wiehen, Funde aus der derzeit nicht zugänglichen Ausgrabung vorstellte. Danach besuchten wir die Ausstellung "In die Weite. Aspekte jüdischen Lebens in Deutschland" im Kolumba Museum. Desweiteren wurde die Bibliothek "Germania Judaica" besucht, deren Leiterin Dr. Ursula Reuter uns diese Fachbibliothek zum deutschen Judentum vorstellte.

Im Rahmen des Moduls Ju-B11 fuhren Studierende des Seminars für Judaistik im Februar 2017 nach Prag. Neben einer allgemeinen Stadtführung, nahmen sie auch an einer Führung durch das jüdische Viertel sowie einem Filmabend mit Diskussion teil. Auch die Geschichte und das Gedenken des Holocaust wurde mit einer Fahrt zum KZ-Theresienstadt Gegenstand der Beschäftigung. Dank einer Kooperation mit der Partner-Uni Prag konnte diese Beschäftigung innerhalb eines Seminars mit Teilnehmenden der Prager Uni intensiviert und vor dem Hintergrund der Debatte um sogenannte Judenälteste vertieft werden. Ein weiteres Seminar war der Rolle von Erinnerungskultur in der Prager Gemeinde seit der frühen Neuzeit gewidmet.
Die Exkursion wurde geleitet von Prof. Dr. Rebekka Voß und Dr. Annelies Kuyt.
Foto: Jüdisches Rathaus Prag (Christine Schelp)
Vom 16.-19.2.2016 begaben sich 16 Studierende unter der Leitung von Prof. Dr. Rebekka Voß und Dr. Annelies Kuyt auf den Spuren jüdischer Geschichte und Kultur nach Amsterdam.
Vom 17. – 19. Mai 2013 fuhren insgesamt 25 Studenten und Mitarbeiter des Seminars für Judaistik nach Warschau um dort einen Einblick in die Geschichte der Juden in Polen zu erhalten, Kontakte mit dortigen Forschungseinrichtungen zu knüpfen und sich mit dortigen Studierenden der Hebraistik auszutauschen.
So konnten sich die Studierenden z.B. mit Prof. Dr. Barbara Kirshenblatt-Gimblett über die geplante Ausstellung im Museum of the History of Polish Jews und deren Konzeption unterhalten. Auch die Begegnung mit Helise Lieberman, der Direktorin des Taube Center for Renewal of Jewish Life in Poland war sehr lehrreich. Sie führte die Gruppe nicht nur zu den historischen jüdischen Plätzen in Warschau wie dem ehemaligen Gebiet des Warschauer Ghettos und dem jüdischen Friedhof, sondern ermöglichte den Teilnehmern auch einen Einblick in das wiederentstehende jüdische Leben im heutigen Polen. Nicht zuletzt gehörte auch ein Besuch des Emanuel Ringelblum Jewish Historical Institute und des Museum of the History of Polish Jews zur Exkursion.
Angegliedert war die Exkursion an die Lehrveranstaltung „Juden in Polen“ im Sommersemester 2013 von Jun. Prof. Dr. Rebekka Voß. In der Lehrveranstaltung wurde in die lange Geschichte der polnischen Juden eingeführt.
Finanziert wurde die Exkursion aus dem Preisgeld des 1822-Universitätspreises für exzellente Lehre, den Dr. Annelies Kuyt 2012 gewann.
Foto: Rebecca Sebbagh